Vergesellschaftung-/ Rangordnung


Themen dieser Unterseite:

  • Vergesellschaftung allgemein
  • Die richtige Partner Wahl
  • Vor der Vergesellschaftung
  • Verschiedene Vergesellschaftungsarten
  • Rangordnung in der Gruppe

 

Vergesellschaftung

Generell ist die Vergesellschaftung von Degus in den meisten Fällen möglich, natürlich kommt es dabei auf den Charakter, die Sympathie und das Alter, Geschlecht der Degus an. Je jünger die Degus zusammen gesetzt werden desto Problemfreier läuft es ab.

 

Da Degus eine feste Rangordnung innerhalb ihrer Gruppe haben, ist es nicht ratsam ein neues Degu einfach so in das Gehege zu setzen. Meistens führt dies zu schweren Rangkämpfen bis hin zum Tod eines der Tiere. Daher sollten unbedingt folgende Varianten der Vergesellschaftung angewandt werden.

 

Relativ einfach ist die Vergesellschaftung von Jungtieren bis zur abgeschlossenen Geschlechtsreife (7-12. Wochen alt, etwas älter geht auch noch). Diese haben noch kaum Rudelgeruch, sie haben noch keinen festen Rang und finden sich schnell zusammen. Ein erwachsenes Degu sollte idealerweise auch mit zwei oder mehr Jungtieren vergesellschaftet werden, dies verringert das Risiko von Revierkämpfen. Die Jungtiere werden sich dann dem alten Degu schnell unter ordnen. Ausgewachsene Tiere aneinander zu gewöhnen ist aufwendig und sollte nur unter Zuhilfenahme von erfahrenen Deguhaltern versucht werden.

 

Beispiel:

Sie haben ein 1,5 Jahre altes kastriertes Männchen oder ein Weibchen und möchten ein Männchen/Weibchen dazu setzen. Bestenfalls sucht man nach einem Abgabetier das ebenfalls in dem gleichen Alter ist. Wenn die Möglichkeit besteht empfehle ich mit dem vorhandenen Degu zu dem Besitzer des neues Degus zu fahren und dort zu testen ob sich die Degus verstehen. Dies habe ich schon erfolgreich durchgeführt. Hierzu kamen beide Degus in mein Vergesellschaftungsaquarium das in der Mitte durch ein Gitter getrennt ist. Dort saßen die Degus einige Minuten nebeneinander um sich zu beschnuppern. Sollten hier keine Spannungen (lautes gefiepe, Bisse in das Gitter, bösartiges Schwanzwedeln) auftreten können die beiden unter Aufsicht zusammen gesetzt werden. Meistens dauert eine Vergesellschaftung länger, aber es kommt auch vor das die Charaktere der Degus so ähnlich sind das es „Liebe auf den ersten Blick“ ist.

 

Die richtige Partner Wahl

Auch bei Degus zählen die Sympathiewerte, die Charaktere der Degus sollten zusammen passen und das Alter bei einer Zweierhaltung nicht zu weit auseinander liegen. Es gibt sowohl liebe, zutrauliche, unterwürfige Degus als auch Charakterstarke die keine anderen dominanten Degus in ihrem Revier dulden und diese mit aller Stärke vertreiben/wegbeißen.

 

Nicht alle Degus passen zusammen, wenn sie sehr aggressiv aufeinander reagieren und überdeutlich eine Abneigung gegen den neuen Partner zeigen, dann sollte nicht weiter versucht werden diese beiden Degus zusammen zu zwingen.

 

Vor der Vergesellschaftung

Neue Degus, welche in eine bestehende Gruppe vergesellschaftet werden sollen, gehören vorab für mindestens eine bis zwei Wochen in Quarantäne. Die Degus können Krankheitskeime in sich tragen, die in der vorhandenen Degu Gruppe nicht vorkommen. Durch Nichteinhaltung der Quarantäne hat sich leider schon so mancher Degusbesitzer schlimme Krankheiten in die Gruppen geholt. Degus aus unbekannter Herkunft (Fundtiere) sollten Tierärztlich untersucht werden und ebenfalls in Quarantäne gehalten werden. Jungtiere sollten nicht in Quarantäne gehalten werden, mindestens ein erwachsenes oder bereits vorhandenes Degu sollte ihnen Gesellschaft leisten. Im Zweifelsfall durch ein Gitter getrennt.

Nur wenn man wirklich sicher gehen kann das die Tiere gesund sind und noch keine Krankheiten aufgetreten sind, können sie sofort vergesellschaftet werden. Bisher gab es keinen Anlass eines meiner Degus in Quarantäne zu halten. Die Käfige sollten ebenfalls geputzt und somit die bestehenden Gerüche beseitigt werden.

 

Verschiedene Vergesellschaftungsarten

Trenngittermethode

 

Die Degus werden per Gitter voneinander getrennt um sie auf längere Zeit hinweg aneinander zu gewöhnen. Ebenso wird diese Methode auch bei Degus die schon vergesellschaftet waren und sich gestritten haben oder wegen Krankheit getrennt waren eingesetzt um sie wieder aneinander zu gewöhnen. Auch bei Degus die sehr dominant oder angriffslustig sind, hat sich das Trenngitter bei mir bewährt. Der Käfig wird so getrennt das die Degus genügend Platz behalten aber sich dennoch sehen und riechen, aber nicht erreichen können. Die Degus müssen ausreichend Raum haben um sich zurückziehen zu können und um am Gitter interagieren zu können. Etwas Einstreu oder Einrichtungsgegenstände werden alle paar Tage von einer Seite zur anderen gewechselt. So nehmen sie den Geruch des Anderen an und verschmelzen mit der Zeit zu einer Gruppe. Manchmal reicht es sogar aus nur täglich die Sandbadewannen zu tauschen, damit die Tiere einen ähnlichen Geruch bekommen.

 

Wenn sich die Degus durch das Gitter angreifen wollen, das Fell stark sträuben und aggressiv wirken (lautes Gepiepe, Bisse in das Gitter, bösartiges Schwanzwedeln), lassen Sie die beiden nicht zusammen. Es kann einige Wochen dauern, bis sie sich beruhigen. In den meisten Fällen reichen jedoch zwei bis drei Wochen Einrichtungstausch und Trenngitter aus.

 

Sobald sich die Degus am Trenngitter friedlich verhalten, d.h. kein Schwanzwedeln, Gezwitscher, nebeneinander sitzend, gegebenenfalls ignorieren und keine Aggressionen zeigen können sie unter Beobachtung zusammen gesetzt werden. Hierfür entweder der neue Degu in die bestehende Gruppe/Käfigseite setzen oder das Trenngitter entfernen. Es dürfen keine Bisse in Richtung Hals/Bauch stattfinden, ebenso sollten sie sich nicht sofort in eine Kugel verwandeln. Rangkämpfe auf den Hinterbeinen und Tritte müssen toleriert werden, sollten jedoch beobachtet werden und dürfen nicht dauerhaft stattfinden. Die Degus sollten immer wieder aufhören und sich anderen Dingen widmen z.B. fressen, herumlaufen etc.

 

Meine Methode

Degu Neuzugänge kommen bei mir in ein Aquarium das in der Mitte mit einem Gitter getrennt ist. Auf die andere Seite kommt der Degu mit dem es vergesellschaftet wird (klappt natürlich nur bei einer endgültigen Gruppengröße von 2-3 Degus, da sonst das Aquarium zu wenig Platz bietet). Anschließend bleiben beide Degus mehrere Tage nebeneinander, die Seiten werden dabei tageweise gewechselt. Nach einiger Zeit (abhängig von der Sympathie der Degus zueinander) können sie zusammen gesetzt werden. Diese Methode wird von mir immer verwendet und ist auch erfolgreich um aggressive Degus wieder zu sozialisieren. Ich empfehle den zügigen Seitenwechsel jedoch nur erfahrenen Haltern die das Verhalten ihrer Degus ohne Hilfe einschätzen können.

 

Trennen von ineinander verbissenen Degus 

Solange die Degus während den Vergesellschaftungsversuchen, nicht länger als 5 Sekunden als Fellknäuel zusammensitzen und sich beißen, sollte nicht eingegriffen werden, danach jedoch sofort. Das heißt: getrennt wird erst bei Bissen in Hals oder Bauchregion.

Nicht mit der Hand dazwischen greifen! – die Degus sind meistens so in Rage das sie vor lauter Aufregung in alles beißen was ihnen zu nahe kommt – und ein Degus Biss ist sehr schmerzhaft. Mit einem Stück Pappe oder einem Hausschuh kann man gut dazwischen gehen und ein Degu rausnehmen sobald sie sich voneinander entfernen. Anpusten ist teilweise ebenfalls erfolgreich, dadurch lassen die Degus kurz voneinander ab und man kann sie trennen.

 

Rangordnung in der Gruppe

Die Rangordnung wird bei Degus immer wieder ausgefochten, daher wird es sowohl bei Weibchen als auch bei Männchen immer wieder zu Rangordnungskämpfen kommen, diese sind aber völlig normal und laufen in der Regel ohne größere Verletzungen ab. Sollten stark blutende Wunden vorkommen, der unterlegener Degu von dem Stärkeren am dauerhaft attackiert werden, dann ist der Deguhalter gefragt. Eine kurzzeitig Ablenkung voneinander z.B. durch ein neues Spielzeug im Käfig könnte für ein entschärfen der Situation sorgen. Trennt man die Degus jedoch - rausnehmen und in einen anderen Käfig setzen - dann können sie sich komplett entfremden und müssen eventuell neu vergesellschaftet werden. Es könnte ebenfalls dazu beitragen das diese Degus sich dann nie wieder vertragen. Deshalb ist es nicht ratsam, streitende Degus für ein paar Tage getrennt voneinander unterzubringen. Der Halter sollte nicht künstlich in die Rangordnung eingreifen.

 

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