Allgemeine Informationen zu Degus


Themen dieser Unterseite:

  • Degus (Octodon degus)
  • Die ersten Degus in Europa
  • Der Alltag mit Degus
  • Wie viele Degus sollte ich halten - Gruppengröße
  • Streitbereitschaft von Degus

 

Degus sind als Haustiere eine sehr gute Alternative zu Mäusen, Ratten, Meerschweinchen, Hasen oder sonstigen Kleintieren, denn sie haben einen großen Vorteil: Degus riechen nicht schon nach einer Woche unangenehm!

 

Allgemein kann man sagen das Degus pflegeleichte Haustiere sind, eine Reinigung des Käfigs erfolgt je nach Verschmutzung und Anzahl der Degus. Wasser sollte spätestens alle 2 Tage erneuert werden und Futter je nach Hunger der Degus aufgefüllt werden.

 

Die Urlaubsbetreuung bei Degus ist auch für Nicht-Degu-Besitzer keine große Herausforderung. Käfig auf – Futter und Wasser raus – auffüllen – wieder rein in den Käfig – fertig.

 

Auf den folgenden Unterseiten finden Sie detaillierte Informationen rund um den geeigneten Käfig, Käfigstandort, Einrichtung, Einstreu, Auslauf und Ernährung.

 

Diese kurze Zusammenfassung dient dazu Degu-Neulingen einen ersten Überblick über die grundlegenden Bedürfnisse zu bieten. Spezifischeres Fachwissen, sowie zwiespältige Meinungen sind daher nicht aufgeführt.

Odin, Gaia, Puckl
Odin, Gaia, Puckl

Degus (Octodon degus)

Degus (Octodon degus) die oft für Ratten oder Hörnchen gehalten werden sind eine Nagetiergattung aus der Familie der Trugratten die aus Chile stammen. Die erste wissenschaftliche Beschreibung stammt von dem chilenischen Naturforscher Juan Ignacio Molina aus dem Jahr 1782, der die Art als "Sciurus" degus den Eichhörnchen (Gattung Sciurus) zuordnete. Die Zuordnung zur Gattung der Buschratten, die 1832 von Edward Turner Bennett gegründet wurde, erfolgte 1848 durch George Robert Waterhouse.

 

Es wird unterschieden in vier Arten:

 

der Gewöhnliche Degu (Octodon degus), wird als Haustier gehalten

der Walddegu (Octodon bridgesi),

der Küstendegu (Octodon lunatus) und

der Pazifikdegu (Octodon pacificus).

 

Für weitere Informationen können Sie auf die einzelnen Namen klicken (Verlinkung zu Wikipedia).

 

Die ca. 180-300g schweren Degus haben eine Rumpflänge von 11-19cm und einen 10-15cm langen Schwanz. Der Schwanz ist leicht behaart und trägt am Ende eine Haarquaste. Bei Zug am Schwanz (typisches hochheben bei Mäusen oder Ratten) hat der Degu Schwanz eine Sollbruchstelle und reist ab - daher Degus niemals am Schwanz hochheben oder festhalten!

 

Degus und Gerbile werden auch heute noch in zoologischen Gärten sehr häufig als Futtertiere gezüchtet oder als solche genutzt.

Mehr Informationen finden Sie auf den genannten Unterseiten bei Haltung-/ Käfig-/ Ernährung-/.

Die ersten Degus in Europa

Laut Sporon A., Mettler M., 2002 / Thomas J. Reynolda & John W. Wright 1979 wurden 1964 in der Ortschaft Lampa, Chile 20 Degus gefangen und zu Forschungszwecken an Dr. David Boraker nach Massachusetts, USA importiert. Nachkommen dieser Tiere wurden 1970 vom National Zoological Park und der University von Vermont gehalten (Kleinman D. G., 1975). 1967 wurden die ersten sechs Degu Paare von einem Labor in Santiago de Chile nach Europa ins Zoological Society of London geschickt. (Weir B. J,. 1970, Woods & Boraker 1975)

 

Der Zoo Frankfurt am Main besaß 1960-63 die ersten 12 Degus aus unbekannter Herkunft von einem Privathalter, vermeintlich aus dem Zuchtstamm aus den USA. Ob von diesem Bestand Tiere in private Hände gelangten ist unklar.  Die Nachkommen der nordamerikanischen Laboriere sollten durch langjährige Inzucht, einen eher gedrungenen, kleinwüchsigeren Körperbau mit veränderter Fellfarbe gehabt haben. (Sporon A., Mettler M., 2002)

(Haensel 1982) erwähnt, dass 1975, 1976 und 1978 Degus Chicago, USA in den Tierpark Berlin Friedrichsfelde (ehemals DDR) importiert wurden. Eine Zucht entstand mit den Tieren aus 1978, die wohl ebenfalls an Institute abgegeben worden. Im Berliner Tierpark wurden bis Ende 1981, ca. 300 Degus gezogen, daher wurden überzählige Degus in unbekannter Anzahl an den Zoofachhandel und so an private Halter abgegeben. Etwa zu diesem Zeitraum sind über die ZAG „Kleinsäuger“ Degus an private Halter in die damaligen Tschechoslowakei gekommen.

 

Ende der 1980er bzw. Anfang der 1990er Jahre wurden erneut Wildfänge in unbekannter Zahl nach Deutschland und die Niederlande importiert. (Sporon A., Mettler M., 2002) Durch die Vermischung mit den erneuten Wildfängen, dürfte es sich heutzutage meist um Mischtypen aus den beiden Linien handeln, daher kann die Größe sowie Farbe variieren. Mutmaßlich stammen die meisten heutigen Degus aus dieser Vermischung.

 

Anfang/Mitte der 1990er Jahre wurde der Degu als Heimtier bekannter und beliebter. Kurze Zeit danach ereigneten sich erste Notfälle, kam zu Vermittlungen von großen Degugruppen, die durch unkontrollierte Vermehrung zustande kamen.

  

Der Alltag mit Degus

In einigen Tierhandlungen hält sich immer noch das Gerücht das Degus ausschließlich Dämmerungs-/ Nachtaktiv sind. Das ist meiner Meinung nach schlichtweg falsch. Meine Degus schlafen noch wenn ich morgens aufstehe um nach Ihnen zu sehen und empfinden mich eher als Störung wenn ich abends nach 22 Uhr noch einen Film schaue. Generell schlafen Degus sehr viel, der übliche Tagesablauf ist eine Mischung aus schlafen, futtern, spielen und im Rädchen laufen.

 

Ich nehme meine Degus des Öfteren aus dem Käfig und lasse sie dann durch unser Wohnzimmer laufen, dabei muss darauf geachtet werden, dass sie keine Kabel oder giftige Dekorationsgegenstände annagen können. Bei mir liegen natürlich auch Kabel im Wohnzimmer, daher habe ich von Anfang an eine Art menschlichen Warnruf etabliert welcher die Degus aufschreckt und sie somit nicht in Gefahr laufen sich zu verletzen. Dazu ziehe ich einfach Luft zwischen den geschlossenen Zähnen hindurch was einen zischenden Laut verursacht (ähnlich dem schrillen Warnruf von Degus).


Kuscheln und Kunststücke, ist das möglich?

 

Degus sind nicht vergleichbar mit Hasen oder anderen beliebten Kleintieren, Degus werden niemals bei dem Besitzer für längere Zeit sitzen bleiben und sich ausgiebig streicheln lassen. Daher empfehle ich eine Degu Haltung für Kinder ab 10 Jahren die eine nötige Zurückhaltung im Umgang mit den Tieren beherrschen.

 

Degus sind sehr soziale Tiere, daher können sie bei täglichem Umgang mit Ihnen sehr zahm werden und sogar kleinere Kunststücke erlernen. Viele meiner Degus sitzen gerne einfach auf mir herum, jedoch nie länger als ein paar Minuten. Die Wohnung zu erkunden ist dann doch viel Interessanter!

 

Wie viele Degus sollte ich halten?

Wilde Degus leben in Gruppen/Kolonien zusammen, diese Gruppen sind erweiterte Familiengruppen und setzen sich aus 2-7 Tieren zusammen. Degus alleine zu halten, egal welchen Alters, ist als nicht artgerecht. Die natürlichste Gruppenform wären 2 - 3 Degu Weibchen mit einem kastrierten Bock, jedoch rate ich von einer Kastration ab, da diese sehr teuer und oft mit schweren Komplikationen oder Folgen verbunden ist. Daher ist diese Gruppenkonstellation meist nicht der Fall.

 

Da Degus also sehr soziale Tiere sind müssen sie mindestens Paarweise gehalten werden. Die sozialen Strukturen kann man jedoch erst ab einer größeren Gruppe von 3-5 Tieren besser beobachten. Eine Einzelhaltung ist wegen der ausgeprägten Sozialstruktur der Degus generell als nicht artgerecht anzusehen und daher abzulehnen.

 

Gleichgeschlechtliche Gruppen

Um Nachwuchs zu vermeiden sollte man also eine Gleichgeschlechtliche Gruppe halten, bestenfalls wachsen die Tiere gemeinsam auf oder werden in jungem Alter zusammen gesetzt. Geschwister aus einem Wurf oder zusammen mit dem vorherigen Würfen sind sehr geeignet. Eine gute Gruppengröße liegt bei 3 bis 5 Tieren je nach Käfiggröße.

 

Gemischte Gruppen

Mehrere Böcke und nur ein oder zwei Weibchen werden nicht funktionieren. Daher geht es bei Degus meist nur andersrum. Der Bock sollte bereits vorab kastriert werden (min. 6-8 Wochen bevor er zu den Weibchen kommt), um ungewollten Nachwuchs zu vermeiden. Es ist ratsam, zwei bis drei Weibchen mit einem Bock zu vergesellschaften. Diese Gruppenzusammensetzung läuft in der Regel sehr harmonisch und unkompliziert ab, jedoch würde ich von einer Kastration abraten da diese sehr teuer und oft mit schweren Komplikationen oder Folgen verbunden ist - eine unnötige Kastration nur um eine gemischte Gruppe zu halten sollte keinem Tier angetan werden.

 

Degu Anfänger

Anfängern wird geraten eine Gruppe mit 3-4 Degus ab 2 Jahren aufwärts aufzunehmen. Dadurch, dass die Tiere bereits aus der Pubertät sind, gibt es weniger potential für Streit.

 

Ob nun Männchen oder Weibchen ist also egal, es sollten nur immer gleichgeschlechtliche Tiere in einer Gruppe oder ein kastrierter Bock mit mehreren Weibchen sein, um ungewollten Nachwuchs zu vermeiden. 

 

Streitbereitschaft von Degus

Die generelle Bereitschaft von Degus zu kämpfen muss an dieser Stelle bereits erwähnt werden. In der Pubertät von ca. 5 Monaten bis 2 Jahren, neigen viele Degus zu Rangkämpfen die durchaus mit Verletzungen enden können. Eine Trennung durch ein Trenngitter muss immer mit eingeplant werden, eine Vergesellschaftung zurück zur Gruppe muss mit viel Geduld angegangen werden und kann unter Umständen Wochen oder Monate dauern.

Mehr Infos 

Alle Texte und Inhalte unterliegen dem Urheberrecht, © dein-degu.de