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Allgemeine Informationen zu Degus


Themen dieser Unterseite:

  • Degus (Octodon degus)
  • Die ersten Degus in Europa
  • Der Alltag mit Degus
  • Wie viele Degus sollte ich halten - Gruppengröße
  • Checkliste für die Degu Anschaffung + Informationsbroschüre über Degus

 

Degus sind als Haustiere eine sehr gute Alternative zu Mäusen, Ratten, Meerschweinchen, Hasen oder sonstigen Kleintieren, denn sie haben einen großen Vorteil: Degus riechen nicht schon nach einer Woche unangenehm!

 

Allgemein kann man sagen das Degus pflegeleichte Haustiere sind, eine Reinigung des Käfigs erfolgt je nach Verschmutzung und Anzahl der Degus. Wasser sollte spätestens alle 2 Tage erneuert werden und Futter je nach Hunger der Degus aufgefüllt werden.

 

Die Urlaubsbetreuung bei Degus ist auch für Nicht-Degu-Besitzer keine große Herausforderung. Käfig auf – Futter und Wasser raus – auffüllen – wieder rein in den Käfig – fertig.

 

Auf den folgenden Unterseiten finden Sie detaillierte Informationen rund um den geeigneten Käfig, Käfigstandort, Einrichtung, Einstreu, Auslauf und Ernährung.

 

Checkliste für die Degu Anschaffung + Informationsbroschüre

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Checkliste für die Anschaffung von Degus
Habe ich alles was meine neuen Degus brauchen? Weitere wichtige Informationen vor der Anschaffung von Degus, Auflistung der Käfigeinrichtung etc.
Checkliste Deguanschaffung 2.0.pdf
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Informationsbroschüre über Degus
Die wichtigsten Informationen über Degus – Kurz gefasst auf zwei Din A4 Seiten.
Informationsbroschüre über Degus 2.pdf
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Diese kurze Zusammenfassung dient dazu Degu-Neulingen einen ersten Überblick über die grundlegenden Bedürfnisse zu bieten. Spezifischeres Fachwissen, sowie zwiespältige Meinungen sind daher nicht aufgeführt.

Odin, Gaia, Puckl
Odin, Gaia, Puckl

Degus (Octodon degus)

Degus (Octodon degus) die oft für Ratten oder Hörnchen gehalten werden sind eine Nagetiergattung aus der Familie der Trugratten die aus Chile stammen.

 

Es wird unterschieden in vier Arten:

 

der Gewöhnliche Degu (Octodon degus), wird als Haustier gehalten

der Walddegu (Octodon bridgesi),

der Küstendegu (Octodon lunatus) und

der Pazifikdegu (Octodon pacificus).

 

Für weitere Informationen können Sie auf die einzelnen Namen klicken (Verlinkung zu Wikipedia).

 

Die ca. 180-300g schweren Degus haben eine Rumpflänge von 11-19cm und einen 10-15cm langen Schwanz. Der Schwanz ist leicht behaart und trägt am Ende eine Haarquaste. Bei Zug am Schwanz (typisches hochheben bei Mäusen oder Ratten) hat der Degu Schwanz eine Sollbruchstelle und reist ab - daher Degus niemals am Schwanz hochheben oder festhalten!

 

Degus haben je nach Farbschlag eine dunklere Oberseite und sind um die Augen und den Bauch herum heller. Die Krallen müssen bei genügend Steinen im Käfig nicht geschnitten werden.

 

Mehr Informationen finden Sie auf den genannten Unterseiten bei Haltung-/ Käfig-/ Ernährung-/.

Die ersten Degus in Europa

Laut Sporon und Mettler (2002) wurden einige Degus Anfang der 1960er Jahre in der chilenischen Ortschaft Lampa gefangen und zu Forschungszwecken in die USA importiert. Die Nachkommen der nordamerikanischen Labortiere sollten durch langjährige Inzucht, schlechter Ernährung und Haltung, einen eher gedrungenen, kleinwüchsigeren Körperbau gehabt haben.

 

Nachkommen dieser Tiere gelangten ca. 1975 in einen Tierpark der DDR, auf diese viele Degus an deutschen Instituten zurückgehen sollen. Da sich die Degus im Tierpark gut vermehrten, wurden mehrfach kleine Serien überzähliger Tiere über eine Berliner Zoohandlungen abgegeben und gelangten so in Liebhaberhände (Haensel 1983).

 

1967 wurden als Geschenk eines chilenischen Instituts einige Degus nach London ins Wellcome Institute übersendet. Die Tiere lebten sich gut ein, erwiesen sich erstaunlicherweise als sehr unkompliziert, und einfach zu vergesellschaften. Doch entwickelten bald die meisten der Degus Linsentrübungen, zeigten aber keine der sonst typischen Merkmale von Diabetes melitus (Weir 1970). Ob von diesem Bestand Tiere in private Hände gelangten ist unklar.

 

Ende der 1980er Jahre wurden erneut Wildfänge importiert, gezüchtet und in Zoohandlungen zum Verkauf angeboten. Durch Vermischung mit den erneuten Wildfängen, dürfte es sich heutzutage meist um Mischtypen aus den beiden Linien handeln, daher kann die Größe sowie Farbe variieren. Mutmaßlich stammen die meisten heutigen Degus aus dieser Vermischung.

 

Anfang der 1990er Jahre wurde der Degu als Heimtier bekannter und beliebter. Kurze Zeit danach ereigneten sich erste Notfälle, kam zu Vermittlungen von großen Degugruppen, die durch unkontrollierte Vermehrung zustande kamen.

 

Die erste echte Farbmutation trat ca. 1998 in Holland mit den sogenannten Silber Degus oder Blauen Degus auf. Die blaue Fellfarbe wird rezessiv vererbt, das bedeutet, sie kann nur zum Vorschein kommen wenn beide Elternteile dazu die Veranlagung in den Genen tragen.

 

Farbmutationen - Aufklärung

 

Diese steigende Popularität zog weitere unschöne Folgen nach sich: Baumärkte nahmen Degus in ihr Sortiment auf und durch die stetige Vermehrung häuften sich bald blaue Farbmutationen. So wird nicht nur die Nachfrage nach blauen Degus größer, sondern auch Schecken rücken mehr in den Fokus der Begierde unwissender Tierhalter.

 

Das gerade bei solchen Farbmutationen eine Vermehrung gefördert wird, die negative Konsequenzen auf die Vitalität und den Charakter nachfolgender Degugenerationen haben könnte, ist vermutlich den wenigsten bewusst. Die Folgen einer solchen Zucht mit schlechter Selektion (bzw. mit falschen Zuchtschwerpunkten) kann nur erahnt werden. Geringere Lebenserwartung, Erbkrankheiten und eine schlechte Sozialverträglichkeit unter Artgenossen könnten mögliche Folgen sein.

 

Fazit:

 

Anfälligkeiten für Krankheiten oder vererbte Gendefekte werden nicht durch die Fellfarbe hervorgerufen sondern durch Inzucht, falsche Ernährung, falsche Haltung und unzureichende Selektion der Elterntiere ~ es ist daher ein Irrglaube das die Fellfarbe einen Einfluss auf die Gesundheit hat.

 

Gezielte Förderung einer seriösen Zucht, welche auf gesunden Zuchtlinien basiert und durch entsprechendes, solides Fachwissen des Züchters, welches sich nicht nur auf Forenwissen und Infos aus dem Internet, sondern hauptsächlich auf Erfahrungen von professionellen Züchtern und Fachliteratur stützt, ermöglicht die Chance gesunde Zuchtlinien zu etablieren. Es wird deutlich, dass man ohne Kenntnisse von Vererbung, Genetik, etc. das Züchten den Menschen, die sich mit Genetik auskennen und ihre Tiere artgerecht halten, überlassen sollte.

 

Der Alltag mit Degus

In einigen Tierhandlungen hält sich immer noch das Gerücht das Degus ausschließlich Dämmerungs-/ Nachtaktiv sind. Das ist meiner Meinung nach schlichtweg falsch. Meine Degus schlafen noch wenn ich morgens aufstehe um nach Ihnen zu sehen und empfinden mich eher als Störung wenn ich abends nach 22 Uhr noch einen Film schaue. Generell schlafen Degus sehr viel, der übliche Tagesablauf ist eine Mischung aus schlafen, futtern, spielen und im Rädchen laufen.

 

Ich nehme meine Degus des Öfteren aus dem Käfig und lasse sie dann durch unser Wohnzimmer laufen, dabei muss darauf geachtet werden, dass sie keine Kabel oder giftige Dekorationsgegenstände annagen können. Bei mir liegen natürlich auch Kabel im Wohnzimmer, daher habe ich von Anfang an eine Art menschlichen Warnruf etabliert welcher die Degus aufschreckt und sie somit nicht in Gefahr laufen sich zu verletzen. Dazu ziehe ich einfach Luft zwischen den geschlossenen Zähnen hindurch was einen zischenden Laut verursacht (ähnlich dem schrillen Warnruf von Degus).

 

Degus sind nicht vergleichbar mit Hasen oder anderen beliebten Kleintieren, Degus werden niemals bei dem Besitzer für längere Zeit sitzen bleiben und sich ausgiebig streicheln lassen. Daher empfehle ich eine Degu Haltung für Kinder ab 10 Jahren die eine nötige Zurückhaltung im Umgang mit den Tieren beherrschen.

 

Degus sind sehr soziale Tiere, daher können sie bei täglichem Umgang mit Ihnen sehr zahm werden und sogar kleinere Kunststücke erlernen. Viele meiner Degus sitzen gerne einfach auf mir herum, jedoch nie länger als ein paar Minuten. Die Wohnung zu erkunden ist dann doch viel Interessanter!

 

Wie viele Degus sollte ich halten?

Wilde Degus leben in Gruppen/Kolonien zusammen, diese Gruppen sind erweiterte Familiengruppen und setzen sich aus einem bis zwei Männchen und zwei bis fünf meist miteinander verwandten Weibchen zusammen. Degus alleine zu halten, egal welchen Alters, ist als nicht artgerecht. Die natürlichste Gruppenform wären 2 - 3 Degu Weibchen mit einem kastrierten Bock, jedoch rate ich von einer Kastration ab, da diese sehr teuer und oft mit schweren Komplikationen oder Folgen verbunden ist. Daher ist diese Gruppenkonstellation meist nicht der Fall.

 

Da Degus also sehr soziale Tiere sind müssen sie mindestens Paarweise gehalten werden. Die sozialen Strukturen kann man jedoch erst ab einer größeren Gruppe von 3-5 Tieren besser beobachten. Eine Einzelhaltung ist wegen der ausgeprägten Sozialstruktur der Degus generell als nicht artgerecht anzusehen und daher abzulehnen.

 

Gleichgeschlechtliche Gruppen

Um Nachwuchs zu vermeiden sollte man also eine Gleichgeschlechtliche Gruppe halten, bestenfalls wachsen die Tiere gemeinsam auf oder werden in jungem Alter zusammen gesetzt. Geschwister aus einem Wurf oder zusammen mit dem vorherigen Würfen sind sehr geeignet. Eine gute Gruppengröße liegt bei 3 bis 5 Tieren je nach Käfiggröße.

 

Gruppen mit zwei Männchen sind relativ unproblematisch, größere Gruppen aus rein Männlichen Degus sollten aus Brüdern oder Degus die zusammen aufwachsen bestehen, ansonsten ist die Gefahr erhöht das es irgendwann zu ernsthaften Rangkämpfen kommt. Gemischtgeschlechtliche Gruppen mit mehreren einander nicht bekannten Böcken sind auch mit kastrierten Tieren nicht möglich. Natürlich gibt es immer wieder Ausnahmen.

Größere Gruppen mit Weiblichen Degus sind meist problemlos möglich. Auch hier wird es kämpfe um die Rangordnung geben, jedoch in den meisten Fällen nicht so weitgreifend wie bei den Männchen. Ausnahmen gibt es aber natürlich immer.

 

Gemischte Gruppen

Mehrere Böcke und nur ein oder zwei Weibchen werden nicht funktionieren. Daher geht es bei Degus meist nur andersrum. Der Bock sollte bereits vorab kastriert werden (min. 6 Wochen bevor er zu den Weibchen kommt), um ungewollten Nachwuchs zu vermeiden. Es ist ratsam, zwei bis drei Weibchen mit einem Bock zu vergesellschaften. Diese Gruppenzusammenstellung läuft in der Regel sehr harmonisch und unkompliziert ab, jedoch würde ich von einer Kastration abraten da diese sehr teuer und oft mit schweren Komplikationen oder Folgen verbunden ist.

 

Ob nun Männchen oder Weibchen ist also egal, es sollten nur immer gleichgeschlechtliche Tiere in einer Gruppe oder ein kastrierter Bock mit mehreren Weibchen sein, um ungewollten Nachwuchs zu vermeiden. 

 

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