Degu Steckbrief

Relevante Informationen


Themen dieser Unterseite:

  • Geschlechterunterscheidung
  • Farbgenetik
  • Altersgrenzen
  • Körpergewicht
  • Zähne
  • Fortpflanzungsfähigkeit
  • Geschlechtsreife
  • Konzeptionsalter
  • Zyklus
  • Zitzen

 

  • Tragzeit
  • Wurfanzahl pro Jahr
  • Wurfgröße
  • Entwicklungsstand
  • Säugezeit
  • Trennung vom Muttertier
  • Koprophagie (Verzehr von Kot)

Geschlechterunterscheidung

Degu Geschlecht Männchen (links) -- Weibchen (rechts)
Männchen (links) -- Weibchen (rechts)

Männchen

Beim Männchen liegt etwa ein Zentimeter zwischen Zapfen und After, die Haut dazwischen trägt eine Hautfalte in Längsrichtung. Die Hautfalte ist optimal zu erkennen, wenn man den Schwanz an der Wurzel ganz leicht nach hinten drückt, sodass die Haut sich dehnt.

Weibchen

Beim Weibchen ist der Abstand zwischen Harnröhrenzapfen und Afters sehr gering, er beträgt einige Millimeter. Bei genauerem hinsehen ist die Scheidenöffnung unter dem Harnröhrenzapfend zu erkennen, diese ist allerdings fest verschlossen und öffnet sich nur während der Paarungsbereitschaft.


Degu Männchen (3 Wochen) *schlecht gehalten*
Männchen (3 Wochen) *schlecht gehalten*
Degu selbes Männchen *richtig gehalten*
Selbes Männchen *richtig gehalten*
Degu Weibchen (3 Wochen)
Weibchen (3 Wochen)

Farbgenetik

Die mendelschen Regeln beschreiben den Vererbungsvorgang bei Merkmalen, deren Ausprägung von nur einem Gen bestimmt wird. Mehr hierzu unter Farbgenetik.

 

Altersgrenzen

Babys: 0-7 Wochen alt

Jugendliche: 7-58 Wochen alt

Erwachsene: 59 Wochen bis zu 5 Jahren

Senior: ab 5 Jahre

 

Körpergewicht

Normalgewicht Adult: 170 - 300 g, Ø230g

Trächtiges Weibchen: 250 bis 430g, Ø340g

Neugeborene: 10 – 16 g, Ø14g

6. Monate ca. 180 - 210g

 

Normalgewicht meiner Männchen ca. 220 - 250g

Normalgewicht meiner Weibchen ca. 210 - 240g

 

Zähne

20 Zähne insgesamt, davon auf jeder Seite:

Oberkiefer: 1I, 1P, 3M

Unterkiefer: 1I, 1P, 3M

Die Schneidezähne des Ober- und Unterkiefers sind längenmäßig 1:2-3 zueinander. Die Backenzähne des Unterkiefers sind gekrümmt und leicht Richtung Zunge abgekippt, die des Oberkiefers leicht Richtung Wangen. Bei Chinchillas und Degus sollen die Schneidezähne eine dunkelgelbe bis orangerote Farbe aufweisen. Auch die Zähne aller dieser Tiere wachsen ein Leben lang. Quelle Tierärztliche Fachpraxis Dr. Schindler

Die Schneidezähne dienen dabei dem Knabbern und Nagen, die Backenzähne hingegen dem Vermahlen der Kost. 

 

Fortpflanzungsfähigkeit

Weiblich: ca. 4,5 Jahre, dann Rückgang der Fortpflanzungsrate

Männlich: lebenslang

 

Geschlechtsreife

Weiblich: Zyklusbeginn mit 12 – 16 Wochen, mit ca. 200 g Körpergewicht

Männlich: ca. ab 3 Lebensmonat

Für beide Geschlechter gilt: frühestens mit 46 Tagen, durchschnittlich mit 6 Monaten (d. h. ab der 5-6 Lebenswoche können Weibchen in Ausnahmefällen trächtig werden und Männchen decken)

   

Konzeptionsalter

Befruchtungsfähiges Alter des Weibchens - Mindestalter

Ca. 6 Monate, mit ca. 205 g Körpergewicht

Es wird empfohlen den ersten Wurf eines Weibchens vor dem 2. Lebensjahr zu haben.

 

Kastration

Die Kastration von Degus ist bei Weibchen und Männchen möglich. Männliche Degus verändern ihr Verhalten nicht d. h. der Geschlechtstrieb und/oder Aggressionen bzw. Dominanz bleiben unverändert. Grund dafür, bei Degus werden aufgrund der innenliegenden Hoden die Testosterone/Hormone nicht nur dort produziert.

Eine Kastration darf laut meinem Tierarzt nicht vor dem 4. Lebensmonat erfolgen bzw. ab frühestens 180g Körpergewicht. Nach der Kastration muss der Bock für 6-8 Wochen getrennt von den Weibchen bleiben, da er in diesem Zeitraum noch zeugungsfähig ist.

Ausführliche Erklärung unter Krankheiten & Symptome.

 

Zyklus

Öffnung der Vagina im Abstand von 20 bis 30 Tagen, bleibt über 3 bis 21 Tagen geöffnet.

Regelmäßige Zyklusdauer von 20.5 +/- 0.5 Tagen.

 

Zitzen

Das Deguweibchen besitzt vier Zitzenpaare, ein inguinales und drei weitere laterale, die auf einer Linie zwischen Hinter- und Vordergliedmaßen angeordnet sind.

 

Tragezeit

87-93 days +/- 3 Tage, Ø90 Tage

 

Wurfanzahl pro Jahr

In freier Wildbahn: ein Wurf im Frühjahr (September, Ende der Regenzeit, großes Futterangebot), zwei Würfe bei ausreichendem Futterangebot.

In Gefangenschaft: maximal 4 Würfe, also ganzjährig, Ø2-3 Würfe. Die Jungtiere sind Nestflüchter.

 

Wurfgröße

1 - 10 Babys, Ø 5 - 6 Babys

Die Wurfgröße beim Degu variiert je nach Alter des Weibchens und der Anzahl der vorausgegangenen Würfe. Geschlechtsverhältnis bei Geburt beträgt 100 weibliche zu 110 männlichen Tieren.

 

Entwicklungsstand

Variierend zwischen:

Anfangs geschlossenen Augen und nur spärlichem Fellbewuchs.

Bei Geburt Augen offen und voll behaart.

 

Säugezeit

ca. 4-6 Wochen, mindestens 2 Wochen

Absetzgewicht: ca. 60 - 80g

Erstes festes Futter nach ca. 1 Woche, Ø ab der 2-3 Woche

 

Trennung vom Muttertier

Mit ca. 7 - 8 Wochen / Männchen mit 7 Wochen bei normaler Entwicklung

Bei Isolation nach dem Absetzen kommt es bei Degus zu ernsthaften Verhaltensstörungen, die sich später in Form von Verängstigung gegenüber Artgenossen und schwieriger Handhabung durch den Menschen ausdrücken.

 

Koprophagie (Verzehr von Kot)

Besonderen Dank an Adjet Makawey und seiner Diplomarbeit von 2011 "Beobachtungen zur Caecotrophie bzw. Koprophagie  bei Zwerghamster, Degu und Chinchilla" aus der folgende Informationen stammen.

 

KENAGY et al. (1999 ) beschrieben die Anpassung von Degus auf Futterverfügbarkeit und Verdauung. Haben Degus elf Stunden tagsüber freien Zugang zum Futter, die restliche Zeit des Tages aber nicht, so nehmen sie genauso viel Futter auf wie bei einer ad libitum Fütterung. Das Gleiche gilt, wenn sie die Möglichkeit haben nur 2,5 Stunden morgens und 2,5 Stunden nachmittags zu fressen. KENAGY et al. (1999) beobachteten folgenden Unterschied bzgl. der Futteraufnahmezeiten: Jene Degus, die elf Stunden am Tag Futter zur Verfügung haben, nehmen nur jenen Kot wieder auf, der nachts produziert wird. Das Exkret, das tagsüber ausgeschieden wird, wird nicht wiederaufgenommen. Jene Degus dagegen, die morgens und nachmittags Futter erhielten, sparten sich den Akt der Koprophagie für die Mittagszeit auf, wo ihnen kein Futter zur Verfügung steht. Die Verdauung der Fäzes während der Phasen, wo kein Futter verfügbar ist, sorgt für eine kontinuierliche Zufuhr in den Verdauungstrakt. Dies scheint eine Steigerung der Leistungsfähigkeit des Darms darzustellen. Auch BROWN u. DONNELLY (2004) beschreiben die Fähigkeit des Degus, die Koprophagie vor allem dann zu nutzen, wenn kein Futter verfügbar ist.

Bei den Degus und Chinchillas konnte eine besondere Bewegung beobachtet werden, die sie nutzen, um den Kot direkt vom Anus aufzunehmen. Die Überlegung, dass es sich bei jenem Kot, der durch diese bestimmte Bewegung aufgenommen wird, um Blinddarmkot handeln könnte, konnte jedoch durch die Laborergebnisse nicht bestätigt werden.

Diese Beobachtungen stimmen nicht ganz mit den Schilderungen von BROWN u. DONNELLY (2004) überein. BROWN u. DONNELLY (2004) beschreiben, dass nur Kaninchen den Blinddarmkot direkt vom Anus aufnehmen und andere Nagetiere den Kot vom Käfigboden aufnehmen. KENAGY et al. (1999) belegen, dass ein Zusammenhang zwischen dem Fehlen des Futters und gesteigerter Koprophagie bei Degus besteht. Bei den vorgenommenen Beobachtungen zur Caecotrophie bzw. Koprophagie hatten die Tiere jedoch kontinuierlich Futter verfügbar. 

Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass Degus und Chinchillas ihren Kot vom Anus aufnehmen und Koprophagie betreiben.

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